Brustkrebs durch die Pille?

Brustkrebs durch PilleKann man Brustkrebs durch die Pille bekommen? Wir zeigen dir, welches Risiko für Brustkrebs und andere Krebsarten durch die langfristige Pilleneinnahme entstehen.

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Todesursache unter den Krebsarten. Bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren ist es die häufigste Todesursache überhaupt. Statistische Erhebungen zeigen, dass jede achte Frau in Deutschland an Brustkrebs erkrankt. Hat diese hohe Zahl etwas mit der hormonellen Verhütung zutun? Kann man wirklich Krebs durch die Pille bekommen? Wir zeigen auf, wie die Zusammenhänge zwischen Krebserkrankung und Pille sind.

Kann man Brustkrebs durch die Pille bekommen?

Viele Frauen stellen sich die Frage, ob sie Brustkrebs durch die Pille bekommen können. Bis heute gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass das Krebsrisiko durch die Pilleneinnahme zumindest erhöht sein kann.

#1 Erhöhtes Krebsrisiko durch Pille steht im Beipackzettel der Pille

Jede Frau kann den Beipackzettel ihrer Pille im Internet z. B. auf dem Portal https://medikamio.com/ nachlesen. Ich habe das mal exemplarisch für die Pille Yasmin gemacht und folgende Fakten gefunden. Erstens wird Frauen, die Brustkrebs in der Familie hatten, abgeraten, die Pille Yasmin einzunehmen. Nun kannst du dir überlegen, wenn jede 8-te Frau an Brustkrebs erkrankt, wie viele Frauen, die Pille eigentlich nicht nehmen dürften. Tatsächlich nutzen jedoch immer noch fast die Hälfte der Frauen die Pille zur Verhütung. Dies ergab eine Umfrage der BzGA im Jahr 2018. Darüber hinaus kann man der Verpackungsbeilage entnehmen, dass das Risiko für Gebärmutterhalskrebs sowie Brustkrebs allgemein erhöht ist.

#2 Dramatischer Anstieg von Brustkrebs nach Einführung der Pille

Wir alle wissen, dass die Pille in den meisten Ländern also auch in Deutschland zwischen 1950 und 1960 eingeführt wurde. Seitdem ist die Zahl der Brustkrebserkrankungen dramatisch gestiegen. Ein Facharzt für Allgemeinmedizin spricht in einem Interview davon, dass vor der Einführung der Pille nur jede hundertste Frau an Brustkrebs erkrankt ist. Heute erkrankt, statistisch gesehen, jede 8.-te Frau an Brustkrebs. Schaut man in den Mainstream News, findet man als Begründung, dass wir alle älter werden und die Umweltgifte dafür verantwortlich sind. Doch warum dann ausgerechnet bei jungen Frauen zwischen 35 und 55 Jahren der Brustkrebs die häufigste Todesursache überhaupt ist, kann ich mir nicht erklären. Die Lebenserwartung der Frauen in Deutschland lag im Jahr 1950 immerhin bei 68,5 Jahren. Dort hätte man die Krebserkrankung doch dann auch schon sehen müssen, oder?

#3 Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Krebs durch die Pille möglich ist

Es ist schwierig zu sagen, wie viel höher das Risiko für Krebs durch die Pille wirklich ist. Natürlich werden von der Pharmaindustrie nur Studien [1] zitiert, welche ein sehr geringes Brustkrebs-Risiko aufweisen. Doch, wenn man sich die Mühe macht und selbst mal schaut, wird man unzählige Studien finden, die ein deutlich höheres Risiko für Brustkrebs durch die Pille aufzeigen. In einer Überblicksstudie [2] wurden beispielsweise 54 Studien mit insgesamt über 150.000 TeilnehmerInnen ausgewertet. Dort fand man, dass das Risiko an Brustkrebs durch die Pille zu erkranken, um 7% erhöht ist.

Gebärmutterhalskrebs durch Pille wahrscheinlicher

Auch das Risiko für andere Krebsarten wie z. B. Gebärmutterhalskrebs ist infolge der Pilleneinnahme deutlich erhöht. Eine Studie [3] zeigt, dass das Risiko ansteigt, je länger man die Pille genommen hat. Bei Frauen, welche nur 5 Jahre die Antibabypille einnahmen,  war das Risiko an HPV zu erkranken um 10% erhöht. Nimmt man die Pille dagegen 5 bis 9 Jahre ein, so steigt das Risiko auf Gebärmutterhalskrebs bis auf 60% an.

 

#4 Erfahrungsberichte zu Krebs durch die Pille

Es ist nicht so leicht, Erfahrungsberichte zum Krebs durch die Pille zu bekommen, da es sich um eine langfristige Nebenwirkungen handelt, die u. U. erst nach Jahren der Anwendung eintritt und ein Krebsleiden unzählige Ursachen haben kann. Fakt ist, das Risiko an Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, ist infolge der Pilleneinnahme erhöht. Raucht eine Frau beispielsweise neben der Pilleneinnahme, so hat sie zusätzlich ihr Risiko auf Brustkrebs gesteigert. So kann man den Ausbruch einer Krebserkrankung also meist nicht nur auf eine Ursache zurückführen. Jedoch habe ich eine Frau für euch anonym interviewt, die vor dem Absetzen der Pille eine Krebsvorstufe am Gebärmutterhals hatte. Sie sollte operiert werden – die Ärzte sagten ihr, dass eine OP unvermeidlich ist. Nach dem Umstieg auf die hormonfreie Verhütung mit NFP konnte sie die Gebärmutterhals OP vermeiden. Wie durch ein Wunder verschwanden die Krebszellen…

Kann die Pille das Risiko für Krebs senken?

Befürworter der Pille führen häufig an, dass das Risiko für einige Krebsarten ja gesenkt wird. Aus diesem Grund würden sich die Nachteile des erhöhten Brustkrebsrisiko sowie Gebärmutterhalskrebs Risiko wieder ausgleichen.

Risiko für Eierstockkrebs und Gebärmutterkrebs geringer

Ja, es stimmt. Es gibt Studien [4], die ein nachweislich geringes Risiko für Eierstockkrebs sowie Gebärmutterkrebs [5] durch die Pilleneinnahme ausweisen. Doch man muss hier kritisch die Frage stellen dürfen, ob sich das wirklich ausgleicht? Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Gebärmutterkrebs bekommt dagegen nur jede 75-Frau, wenn man den Statistiken glaubt. Eierstockkrebs ist im Vergleich zu Brustkrebs keine häufige Krankheit, da nur eine von 50-Frauen an diesem Krebs erkrankt. Also von einem Ausgleich kann hier meiner Meinung nach nicht wirklich die Rede sein. Hierfür ist der Brustkrebs einfach zu dominant und zu verbreitet. Ebenso hat die Pille ja noch weitere Nebenwirkungen wie den Libidoverlust durch die Pille oder die Thrombose, die ja ebenso schwerwiegend sind.

Gibt es hormonfreie Verhütungsmethoden als Alternative zur Pille?

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Die gute Nachricht ist, keine Frau ist gezwungen, die Pille zu nehmen, um zu verhüten. Es gibt zahlreiche hormonfreie und sichere Verhütungsmethoden, welche man praktizieren kann. Eine Auswahl haben wir in unserem Artikel „Die 5 besten Verhütungsmethoden ohne Hormone” inkl. Studien zur Sicherheit, Hinweise zur Anwendung u.v.m. für dich zusammengestellt. Die symptothermale Methode ist hier momentan ganz vorn, da sie keine gesundheitlichen Nebenwirkungen hat und mit einem Pearl Index von 0,4 ähnlich sicher wie die Pille ist. Aktuell bieten wir einen Online Kurs an, mit dem du die symptothermale Methode in nur 30 Tagen sicher erlernen kannst.

Fazit

Ja, das Risiko Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs durch die Pille zu bekommen ist erhöht. Hinweise dazu lassen sich in dem Beipackzettel, in Studien und historischen Daten seit der Einführung der Pille finden. Krebs ist jedoch eine multifaktorielle Erkrankung, sodass man nicht nur eine Ursache für die Krebserkrankung ausmachen kann. Es gibt auch Studien, die zeigen, dass die Einnahme der Pille die Wahrscheinlichkeiten an bestimmten Krebsarten wie Eierstockkrebs oder Gebärmutterkrebs senken kann. Jedoch kommen Eierstockkrebs und Gebärmutterkrebs seltener in der Bevölkerung vor, sodass man das aus meiner Sicht nicht als 1:1 Ausgleich verstehen kann.

Was ist mit der Pille-Thrombose?

Das Problem ist, dass das erhöhte Brustkrebsrisiko ja nicht die einzige schlimme Nebenwirkungen ist, die im Beipackzettel der Pille steht. Die „Pillen-Thrombose“ ist noch schlimmer, da es jede Frau treffen kann. Es sind schon 62 Frauen in Deutschland infolge einer Pillen-Thrombose gestorben. In den USA sind es offizielle sogar bis heute etwa 967 Todesfälle infolge einer Pillen-Thrombose. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Mehr zu diesem Thema inkl. Studien, Erfahrungsberichte u.v.m. haben wir in unserem Beitrag: „Thrombose durch Pille ist kein Einzelfall“ für dich zusammengestellt.

Und wie verhält es sich mit dem Libidoverlust durch die Pille?

Neben der Erhöhung des Risikos für Brustkrebs durch die Pille gibt es mittlerweile Studien, Erfahrungsberichte und Hinweise in der Verpackungsbeilage, dass der Libidoverlust durch die Pille eine reale und auch sehr drastische Nebenwirkung ist. Es sind insgesamt über 100 Nebenwirkungen im Beipackzettel der Pille aufgeführt, von denen das erhöhte Brustkrebsrisiko nur eine von vielen schlimmen Nebenwirkungen ist. Jede Frau muss sich somit selbst nach dem Lesen des Beipackzettels fragen, ob sie die Verhütung mit der Pille weiterführen möchte. Mehr Infos zum Libidoverlust durch die Antibabypille inkl. einem Fachinterview mit einer Gynäkologin, die umfassende Studien zum Lustverlust durch Pille durchführte, findest du in unserem Beitrag: „Keine Libido durch Pille”.

Ich möchte den Beitrag mit einem Zitat von dem berühmten Lyriker  Ernst R. Hauschka schließen, der einst sagte:

 

„Ironie ist wie eine süße Pille mit bitterem Nachgeschmack“

 

Auch die Antibabypille wird häufig als Lifestyle Produkt mit vielen „süßen“ Vorteilen wie größeren Brüsten, reinerem Hautbild und der sexuellen Freiheit beworben. Doch die Nebenwirkungen wie „plötzlich keine Lust mehr auf Sex“, Krankheiten und deren Folgen begreifen viele Frauen erst nach oder während der Anwendung als realen bitteren Nachgeschmack der Pille.

In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute auf dem Weg zur Verhütung ohne Hormone!

Quellen:

[1] Iversen L, Sivasubramaniam S, Lee AJ, Fielding S, Hannaford PC. Lifetime cancer risk and combined oral contraceptives: the Royal College of General Practitioners’ Oral Contraception Study. Am J Obstet Gynecol. 2017 Jun;216(6):580.e1-580.e9. doi: 10.1016/j.ajog.2017.02.002. Epub 2017 Feb 8. PMID: 28188769

[2] Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer. Breast cancer and hormonal contraceptives: collaborative reanalysis of individual data on 53,297 women with breast cancer and 100,239 women without breast cancer from 54 epidemiological studies. Lancet 1996; 347(9017):1713–1727.

[3] Smith JS, Green J, Berrington de Gonzalez A, et al. Cervical cancer and use of hormonal contraceptives: a systematic review. Lancet 2003; 361(9364):1159-1167.

[4] Havrilesky LJ, Moorman PG, Lowery WJ, et al. Oral contraceptive pills as primary prevention for ovarian cancer: a systematic review and meta-analysis. Obstetrics and Gynecology 2013; 122(1):139-147.

[5] Michels KA, Pfeiffer RM, Brinton LA, Trabert B. Modification of the associations between duration of oral contraceptive use and ovarian, endometrial, breast, and colorectal cancers. JAMA Oncology 2018; doi:10.1001/jamaoncol.2017.4942Exit Disclaimer.

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